Presseartikel

Plötzlich Bürgervorsteher

Bericht aus Segeberger Zeitung vom 16. Juli 2018: Von Nicole Scholmann

Er ist gradlinig, analytisch und er weiß, was er will: Mariano Córdova hat das Amt des Bürgervorstehers vor Kurzem übernommen und will weitaus mehr sein, als ein „Grüß-August“, der bei runden Geburtstagen auftaucht und Grußworte spricht.

Henstedt-Ulzburg.

Der 67-Jährige, der der Wählergemeinschaft WHU angehört, will mitmachen und mitgestalten. So wie er es sein Leben lang getan hat. „Ich bin ein Alphatier“, gibt Córdova zu – allerdings sieht er sich dennoch auch als Teamplayer, dem es um die Sache und weniger um die eigene Person gehe.

Als IT-Spezialist in der Welt unterwegs

Sein beruflicher Weg hat ihn oft in aller Herren Länder geführt, aber die Bodenhaftung hat er nicht verloren. Zwölf Jahre war Córdova bei der Bundeswehr und dort als Programmierer bei der Marine tätig. Eine Karriere als Berufssoldat wollte der Henstedt-Ulzburger nie machen, dafür konnte er in der freien Wirtschaft bei internationalen und namhaften Unternehmen die Leiter hochklettern.

Seine politische Karriere hingegen war ein Auf und Ab. Als CDU-Kandidat bei einer Kommunalwahl konnte er auf Anhieb seinen Wahlkreis gewinnen und zog in die Gemeindevertretung ein. Aus beruflichen Gründen folgte allerdings der Rückzug, bevor er erneut politische Verantwortung übernehmen wollte. Wieder wählten die Bürger ihn direkt in das Gremium.

Der Bürgervorsteher ist praktizierender Christ

Der Bruch mit der CDU entstand im Zuge des Streits um die Bebauung der Pinnauwiesen, zu der es letzten Endes einen Bürgerentscheid gab, der sich gegen die Pläne der Mehrheit der Poltik aussprach. „Mich hat der Umgang mit Bürgerinitiativen gestört“, erklärt Córdova rückblickend. Die CDU war in diesem Fall nicht mehr seine Partei, er suchte eine Alternative, um weiter mitmischen zu können. Die fand er in der WHU. „Dort hatte ich die größte Schnittmenge.“ Die eigene Meinung werde dort akzeptiert, man sei kein „Parteisoldat“.

Auch bei der jüngsten Kommunalwahl im Mai erhielt er die meisten Stimmen in seinem Wahlkreis. Eigentlich hatte Córdova den Plan gehabt, in ein paar Jahren seinen Platz in der Gemeindevertretung zu räumen, um einem Nachrücker die Chance zu geben. Dass seine Fraktion die meisten Stimmen erhalten hat und damit den Bürgervorsteher vorschlagen konnte, hatte ihn dann doch überrascht. Mehrere Kandidaten für das Amt habe es in der WHU gegeben, nun aber ist er Bürgervorsteher – und will das auch die ganzen fünf Jahre bleiben. Voraussetzung dafür sei seine weiterhin gute Gesundheit. „Sie wissen ja: Der Mensch denkt, Gott lenkt.“ Mariano Córdova ist praktizierender Christ und in der St.Petrus-Gemeinde sehr aktiv. Auch in der Kirchenkreissynode bringt er sich ein und künftig vermutlich in der Synode der Nordkirche.

Gespräche, kein Smalltalk, sind wichtig

Das Gespräch mit Menschen – und nicht nur Smalltalk – ist ihm enorm wichtig, sagt der Bürgervorsteher.  Den Respekt für den Menschen hält Córdova für eine der Grundvoraussetzungen des Zusammenlebens. Seiner Frau Hannelore und den Töchtern Fiona und Delia ist Mariano Córdova dankbar, dass sie sein Berufsleben und die zahlreichen Ehrenämter ohne groß zu murren mitgetragen hätten. Córdova ist 1982 mit seiner Familie auf den Rhen gezogen war. Dort fühlt er sich wohl, auch weil seine Kinder, deren Partner und die vier Enkelkinder nur einige hundert Meter weit entfernt wohnen.

Henstedt-Ulzburg stehe vor großen Herausforderungen, sei es die Verkehrssituation oder die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Der Bürgervorsteher will die Henstedt-Ulzburger „mitnehmen“, wenn Entscheidungen anstehen, sie und ihre Bedenken dabei ernst nehmen. Das sei sein Anspruch und die Verpflichtung, die das Amt mitbringe.