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WHU-Information zu dem integrierten energetischen Quartierskonzept Henstedt - Am Friedhof

Ein "Integriertes energetisches Quartierskonzept Henstedt - Am Friedhof" klingt doch gut – oder? Warum die WHU diesem BfB-Antrag im Umwelt- und Naturausschuss trotzdem nicht zugestimmt hat:

  • Erst im Februar 2020 fiel - auch mit den Stimmen der BfB - die Entscheidung für ein gesamtkommunales, integriertes Klimaschutzkonzept (IKK) anstelle von einzelnen klimawirksamen Teilkonzepten (geschätzte Gesamtkosten für das IKK: 100.000 €). Da es sich bei dem nun von der BfB beantragten, energetischen Quartierskonzept für Henstedt-Ost (Gesamtkosten: ca. 50.000 €) um ein räumliches Teilkonzept handelt, befürchtet die WHU hier unnötige inhaltliche Überschneidungen und unnötige Doppelkosten für den Steuerzahler (Noch ein Gutachten!).  Zudem ist die Bebauung der Friedhofserweiterungsfläche, die mit in das Teilkonzept gehören soll, durchaus strittig und noch nicht abschließend beraten. Die WHU hat gegen den Aufstellungsbeschluss gestimmt.
  • Dem Praxisleitfaden 'Klimaschutz in Kommunen' des Deutschen Instituts für Urbanistik kann entnommen werden, dass ein Quartierskonzept solche Kommunen zur Zielgruppe hat, die bereits eine gesamtkommunale Klimaschutzstrategie besitzen. Doch genau diese Klimaschutzstrategie liegt in Henstedt-Ulzburg noch nicht vor; sie muss erst im Rahmen des IKK entwickelt werden. Aus Sicht der WHU wird hier also der zweite Schritt vor dem ersten gemacht.
  • Der Antrag der BfB hat zum Ziel, den (Zitat) „beschriebenen bestehenden Quartiersbereich Henstedts energetisch so umzurüsten, dass ein Fernwärmeanschluss an die bestehende Biogas-Anlage erfolgen kann“. Hier vermisst die WHU die Ergebnisoffenheit hinsichtlich der Wahl der regenerativen Energiequellen, denn vorrangiges Ziel der BfB scheint es offenbar zu sein, unbedingt die Biogas-Anlage in Götzberg in das Projekt einzubinden und deshalb ggf. dann auch zu erweitern. Die Umweltbilanz von Biogasanlagen fällt jedoch schlecht aus. Der Anbau von 'Energiemais' in Monokultur führt zu einem hohen Flächenverbrauch, zu einer Zerstörung der Artenvielfalt und durch den Aufwand an Düngemitteln zu einer Gefährdung unseres Grundwassers, ganz zu schweigen von dem Transport zu der Anlage per LKW oder Treckern mit Anhänger durch Henstedt und Götzberg.

Den Seitenhieb der BfB, die WHU hätte ihren klimapolitischen Kompass verdreht, nehmen wir gelassen. Es ist nicht immer „Bio“ drin, auch wenn es draufsteht.

Klimaschutz ist wichtiger denn je und den wird die WHU auch weiterhin propagieren.

Karin Honerlah für das Presseteam, 3. Juli 2020