WHU Pressemitteilungen

WHU: Die künftige Entwicklung unseres Ortes muss behut-sam erfolgen!

In dem derzeit laufenden „Integrierten Gemeinde-Entwicklungskonzept“ – IGEK - sollten und sollen sich Bürger/innen und Bürger zu Wort melden und ihre Vorstellungen zur Entwicklung Henstedt-Ulzburgs bis zum Jahr 2030+ einbringen.
Viele haben davon Gebrauch gemacht und waren auf den Veranstaltungen oder online dabei. Weitere Workshops sollen noch folgen.
Das IGEK sollte dabei Orientierungshilfe und Leitbild für die künftige Entwicklung sein.

Leider wurde die Kernfrage nicht thematisiert, OB und um WIEVIEL unser Ort bis 2030 wachsen soll. So stark wie bisher oder nur noch moderat, damit die Infrastruktur nicht weiter überfordert wird?
Immerhin ist Henstedt-Ulzburg seit 1970 bereits überproportional gewachsen und hat in den vergangenen 50 Jahren seine Einwohnerzahl fast verdreifacht.
(1970: 10.645 EW, 2020: 28.515 EW)

Tatsächlich ist nun im IGEK-Ausschuss die Änderung des Flächennutzungsplanes stark fokussiert worden und die Diskussion, WO weiterhin gebaut werden kann, scheint prioritär zu sein.  Zitat des IGEK-Ausschussvorsitzenden M. Meschede, CDU, vom 21.09.2020: „Natürlich ist die Änderung des Flächennutzungsplanes im Fokus, sonst brauchen wir ja kein IGEK!“
So manifestiert sich der Eindruck, dass einmal mehr die mögliche Bautätigkeit und die Ausweisung neuer Flächen für Wohnbebauung und Gewerbe im Mittelpunkt stehen, gefestigt von der derzeitig möglichen politischen Mehrheit im Rathaus.  Man geht davon aus, dass ALLE Flächen, die innerorts entwickelt werden können, bis 2030 bebaut sein werden und unser Ort damit mindestens auf 31 000 Einwohner anwachsen wird – noch ohne den potenziellen Ortsteil Beckershof, der leider jetzt auch wieder in der Diskussion ist.
Hierbei wird das unbebaute Gebiet am Bahnhof Ulzburg-Süd als „Neue Mitte Ulzburg-Süd“ bezeichnet, obwohl es sich geografisch um den östlichen Teil des Gebietes „Beckershof“ handelt – es wäre also ehrlicher, dies „Beckershof Ost“ zu nennen.
Dieser Teil wurde kürzlich als räumlicher Entwicklungsschwerpunkt mehrheitlich (ohne unsere Zustimmung!) bereits im IGEK-Ausschuss gutgeheißen. Über den Rest von „Beckershof“ soll noch diskutiert werden...

Wir denken: Das IGEK ist viel mehr!
Der Wunsch der Bürger/innen nach Erhalt von Grün und Lebensqualität, nach Kultur und Treffpunkten, nach weniger Stau, besserem Straßen- und Radwegenetz sowie besserem ÖPNV, um nur Einiges zu nennen, muss berücksichtigt werden. Die Wachstum predigenden Fraktionen dürfen keine Entscheidungsmehrheit erhalten.
Der infrastrukturelle und finanzielle Kollaps ist sonst kaum noch aufzuhalten.

Karin Honerlah für das Presseteam, 22. November 2020